Welche Ernährung ist bei Gelenkschmerzen sinnvoll?

Gelenkschmerzen können ihre Ursache in der Ernährung haben. Denn bestimmte Lebensmittel können sich negativ auf die Gelenke auswirken.

Der Einfluss von Nahrung auf unsere Gelenke ist stärker, als wir oft wahrhaben wollen. Wenn man aber die Auswirkungen von Ernährung auf unseren Körper versteht, ist es einfacher, auf ungesunde Lebensmittel zu verzichten. Erfahre hier mehr über die richtige Ernährung bei Gelenkschmerzen:

 

Ernährung für Gelenke – die Zusammenhänge

Dies können wir wortwörtlich nehmen: ohne Lebensmittel kein Leben. Nahrung ist das Baumaterial für unseren Körper. Sie liefert die notwendige Energie für alle Körperfunktionen. Dabei vertauschen wir gerne die Funktion von Lebensmitteln (Versorgung des Körpers mit Nährstoffen) mit dem Genuss. So gibt es gutes Baumaterial, von dem die Gelenke profitieren, und schlechtes Baumaterial, das den Gelenken schadet.

 

Nährstoffe haben für Gelenke lebenswichtige Funktionen

Jeder Nährstoff erfüllt lebenswichtige Funktionen im Organismus. Dazu gehören z.B. Energieversorgung, Wachstum, Aufbau von Körpergewebe, Sauerstofftransport, Immunabwehr und Stoffwechsel. Durch eine ausgewogene Ernährung gelangen die Nährstoffe in den Organismus. Nährstoffe sind Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße (Makronährstoffe) und Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente (Mikronährstoffe). Ebenso lebenswichtig: Wasser.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, bunt, gesund und abwechslungsreich zu essen:

“Wer überwiegend Obst, Gemüse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und pflanzliche Öle auf dem Speiseplan hat, macht alles richtig.”

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.

Gelenkschmerz und Gelenkentzündung – was ist der Unterschied?

Gelenkschmerzen können durch Verletzungen, Fehlstellungen, Überlastung, Verschleiß (Arthrose durch Knorpelabnutzung) und durch Gelenkentzündungen (Arthritis) entstehen.

Arthritis ist der Sammelbegriff für entzündliche Gelenkerkrankungen. Solche Entzündungen werden u.a. durch Autoimmunerkrankungen (z.B. Rheuma), Infektionen oder Stoffwechselerkrankungen (z.B. Gicht) verursacht. Arthritis (aktuelle Gelenkentzündung) ist nicht gleich Arthrose (fortschreitender, chronischer Gelenkverschleiß).

Bestimmte Lebensmittel können entzündliche Prozesse in den Gelenken auslösen. Als entzündungsfördernde Nahrungsmittel gelten rotes Fleisch, Wurst, stark verarbeitete Produkte, raffinierter Zucker und Alkohol. Zu den entzündungshemmenden Lebensmitteln gehören u.a. fettreicher Fisch mit Omega-3-Fettsäuren (Lachs, Hering, Makrele), Nüsse, Samen, Obst und Gemüse mit viel Vitamin C und Antioxidantien.

Nährstoffe für Gelenke und den Knorpel

Gelenkschmerzen können auch durch unterversorgten Knorpel entstehen. Wenn der Knorpel nicht ausreichend Nährstoffe erhält, verliert er seine stoßdämpfende Funktion zwischen den Gelenken.

 

Warum braucht der Knorpel Nährstoffe?

Knorpel ist ein Gewebe, das u.a. an den Gelenken, an den Bandscheiben oder an den Menisken im Kniegelenk als druckstabiler und elastischer „Stoßdämpfer“ arbeitet. Er schützt die Gelenke vor Druckbelastung.

Das Knorpelgewebe ist nicht an den Blutkreislauf angeschlossen. Es erhält seine Nährstoffe (Eiweißbausteine, Glukose, Hyaluronsäure, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe, Fettsäuren) und Sauerstoff über die Gelenkflüssigkeit (Synovia). Diese befindet sich im Gelenksspalt zwischen den Gelenkflächen. Durch die wechselnde Be- und Entlastung der Gelenke wird die Gelenkflüssigkeit in den Knorpel aufgenommen. Der Knorpel funktioniert wie ein Schwamm. Bei Belastung werden verbrauchte Stoffe herausgepresst, bei Entlastung wird nährstoffreiche Gelenkflüssigkeit aufgenommen. Deshalb ist Bewegung so wichtig. Ohne Bewegung gelangen die Nähstoffe aus der Gelenkflüssigkeit nicht in den Knorpel.

Durch eine nährstoffreiche Ernährung mit hochwertigen Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen – kombiniert mit viel Bewegung – ist es möglich, die Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit) und einen gesunden Knorpel aufzubauen. Dies schützt die Gelenke vor Verschleiß und vor den daraus folgenden Schmerzen und Einschränkungen.

Bei unzureichender Nährstoffversorgung nimmt die Elastizität des Knorpels ab und er verliert seine Stoßdämpferfunktion. Der Knorpel wird abgebaut. Bei fortschreitende Schädigung des Knorpels, unter anderem auch durch ungesunde Ernährung, kann Kniearthrose oder Hüftarthrose entstehen.

Welches Essen ist gut für Knorpel und Gelenke?
Welches Essen schadet dem Knorpel und den Gelenken?

Um die Gelenkschmiere, die den Gelenkknorpel ernährt, aufzubauen, ist eine Ernährung mit folgenden Inhaltsstoffen und Lebensmittel empfehlenswert:

Zu viel Zucker, gesättigte Fettsäuren (Butter, Sahne, Fertiggerichte), Arachidonsäure (rotes Fleisch, Wurst) und Weißmehlprodukte tragen zur Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen bei. Diese wiederum führen zu Entzündungen in den Gelenken. Diese Lebensmittel und Inhaltsstoffe können Entzündungen im Körper auslösen:

  • Kieselsäure (Silizium) – in Haferflocken, Naturreis, Gerste, Hirse, Bananen, Kartoffeln, Gurken, grünen Bohnen, Spinat, Salat, Blattgemüse, Kräutertees
  • Fisch, Geflügel
  • Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Leinsamen, Sesamsamen
  • Gemüse und Vitamin-C-reiche Lebensmittel
  • Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Mangan und Selen tragen zum Knorpelerhalt bei
  • Zwiebeln, Knoblauch, Lauchgemüse
  • Grünes Gemüse (Spinat, Rucola, Mangold, Brokkoli, Grünkohl)
  • Kaltgepresstes Leinöl, Rapsöl oder Walnussöl
  • Zuckerarmes Obst: Beerenobst, Zitrusfrüchte, Papaya, Aprikosen, Pfirsiche, Wassermelone
  • Trocken-Obst
  • Gewürze und Kräuter, wie z.B. Zimt, Kreuzkümmel, Chili, Koriander Kurkuma, Ingwer, Muskat
  • Zuckerhaltige Getränke, Fruchtsaft, Softdrinks, Milchmixgetränke
  • Süßigkeiten, Gebäck, Eiscreme, gesüßte Fertigprodukte (Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch)
  • Transfette in stark verarbeiteten Produkten wie Margarine, Backfetten und frittierten Lebensmitteln (Pommes frites, Kroketten, Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer)
  • Wurstwaren
  • Raffiniertes Weißmehl in Weißbrot, Pasta, Gebäck Weißbrot, Toastbrot, Croissant, Knäckebrot, Zwieback, Milchbrötchen, Laugengebäck
  • Rotes Fleisch und stark verarbeitete Fleischprodukte, Wurst
  • Lebensmittel und Fertigprodukte mit Zusatzstoffen, Konservierungsstoffen, Farbstoffen
  • Geschälter Reis
  • Chips, Salzgebäck, gesalzene Nüsse
  • Panierter Fisch, paniertes Fleisch
  • Alkohol
Welches Essen ist gut für Knorpel und Gelenke?
Welches Essen schadet dem Knorpel und den Gelenken?

Um die Gelenkschmiere, die den Gelenkknorpel ernährt, aufzubauen, ist eine Ernährung mit folgenden Inhaltsstoffen und Lebensmittel empfehlenswert:

Zu viel Zucker, gesättigte Fettsäuren (Butter, Sahne, Fertiggerichte), Arachidonsäure (rotes Fleisch, Wurst) und Weißmehlprodukte tragen zur Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen bei. Diese wiederum führen zu Entzündungen in den Gelenken. Diese Lebensmittel und Inhaltsstoffe können Entzündungen im Körper auslösen:

  • Kieselsäure (Silizium) – in Haferflocken, Naturreis, Gerste, Hirse, Bananen, Kartoffeln, Gurken, grünen Bohnen, Spinat, Salat, Blattgemüse, Kräutertees
  • Fisch, Geflügel
  • Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Leinsamen, Sesamsamen
  • Gemüse und Vitamin-C-reiche Lebensmittel
  • Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Mangan und Selen tragen zum Knorpelerhalt bei
  • Zwiebeln, Knoblauch, Lauchgemüse
  • Grünes Gemüse (Spinat, Rucola, Mangold, Brokkoli, Grünkohl)
  • Kaltgepresstes Leinöl, Rapsöl oder Walnussöl
  • Zuckerarmes Obst: Beerenobst, Zitrusfrüchte, Papaya, Aprikosen, Pfirsiche, Wassermelone
  • Trocken-Obst
  • Gewürze und Kräuter, wie z.B. Zimt, Kreuzkümmel, Chili, Koriander Kurkuma, Ingwer, Muskat
  • Zuckerhaltige Getränke, Fruchtsaft, Softdrinks, Milchmixgetränke
  • Süßigkeiten, Gebäck, Eiscreme, gesüßte Fertigprodukte (Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch)
  • Transfette in stark verarbeiteten Produkten wie Margarine, Backfetten und frittierten Lebensmitteln (Pommes frites, Kroketten, Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer)
  • Wurstwaren
  • Raffiniertes Weißmehl in Weißbrot, Pasta, Gebäck Weißbrot, Toastbrot, Croissant, Knäckebrot, Zwieback, Milchbrötchen, Laugengebäck
  • Rotes Fleisch und stark verarbeitete Fleischprodukte, Wurst
  • Lebensmittel und Fertigprodukte mit Zusatzstoffen, Konservierungsstoffen, Farbstoffen
  • Geschälter Reis
  • Chips, Salzgebäck, gesalzene Nüsse
  • Panierter Fisch, paniertes Fleisch
  • Alkohol

Gesunde Ernährung für die Gelenke

Für eine möglichst gesunde Ernährung gilt: je natürlicher und abwechslungsreicher, desto besser. Das beste Rezept sind frische und saisonale Zutaten, selbst kochen und bewusst essen (statt snacken).

Empfehlungen für die Ernährung bei Gelenkschmerzen

Die Empfehlungen für eine gesunde Ernährung (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Bundeszentrum für Ernährung, WHO, Stiftung Gesundheitswissen) geben Dir eine Orientierung über die täglichen Mengen für eine gesunde Ernährung. 1 Portion bedeutet eine Hand voll.

Wasser und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees

täglich

6 Gläser (ca. 1,5 Liter)

Säfte

wöchentlich

2 Gläser

Gemüse und Obst (roh und gegart, idealerweise saisonal und frisch)

täglich

5 Portionen

Hülsenfrüchte

wöchentlich

1 Portion

Kartoffeln

wöchentlich

1 Portion

Getreideprodukte (Brot/Brötchen aus Vollkornmehl, Nudeln, Reis, Couscous, Bulgur, ungesüßte Vollkornflocken)

täglich

4 Portionen

Fisch

wöchentlich

1 bis 2 Portionen

Fleisch

wöchentlich

1 bis 2 Portionen

Eier

wöchentlich

1 Stück

Milchprodukte (Joghurt, Käse, Milch)

täglich

2 Portionen

Nüsse und Samen

täglich

1 Portion

Pflanzliche Öle, Butter, Margarine

täglich

1 Esslöffel

Süßigkeiten und salzige Snacks

keine oder maximal täglich 1 Portion

Wasser und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees

Säfte

Gemüse und Obst (roh und gegart, idealerweise saisonal und frisch)

Hülsenfrüchte

Kartoffeln

Getreideprodukte (Brot/Brötchen aus Vollkornmehl, Nudeln, Reis, Couscous, Bulgur, ungesüßte Vollkornflocken)

Fisch

Fleisch

Eier

Milchprodukte (Joghurt, Käse, Milch)

Nüsse und Samen

Pflanzliche Öle, Butter, Margarine

Süßigkeiten und salzige Snacks

Ernährung bei Gelenkschmerzen – häufige Fragen

Sollte ich mich vegetarisch/vegan ernähren, um Gelenkschmerzen zu vermeiden?

Das ist nicht zwingend, aber eine pflanzenbasierte Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln kann dazu beitragen, Entzündungsprozesse zu vermeiden oder zu lindern. Insbesondere rotes Fleisch und Wurst, aber auch Eier, enthalten Arachidonsäure, eine entzündungsfördernde Fettsäure. Pflanzliche Lebensmittel können aufgrund von Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen entzündungshemmend wirken.

Was sind gesunde Fette?

Fett ist eine essenzielle Energiequelle für unseren Körper. Aber Fett ist nicht gleich Fett. Zu unterschieden sind pflanzliche Fette aus Samen (Raps, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskernen), Ölfrüchten (z. B. Oliven, Avocados) und Schalenfrüchten (z. B. Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln) von tierischen Fetten aus Fleisch, Eiern und Milchprodukten.

Wichtig ist zudem der Unterschied zwischen gesättigten und ungesättigten Fettssäuren. Der Begriff bezieht sich auf die organisch-chemische Zusammensetzung. Als gesunde Fette gelten ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, Nüssen, Samen, Avocados und fettem Seefisch. Als schlechte Fette gelten gesättigte Fettsäuren, die vor allem in tierischen Produkten vorkommen.

Warum sollte ich wenig Fruchtsaft trinken, Obst ist doch gesund?

Industriell hergestellte Fruchtsäfte enthalten in der Regel (zu) viel Zucker. Außerdem gehen bei der Herstellung von Fruchtsäften die Ballaststoffe verloren. Es ist also sinnvoller, frisches Obst zu essen. Aber auch gibt es Unterschiede: Ananas, Bananen, Mangos, Weintrauben und Kirschen enthalten viel Zucker. Trockenfrüchte sind keine gute Snack-Alternative – auch sie enthalten viel Zucker.

Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Bei Gelenkschmerzen und Gelenkentzündungen ist eine ausgewogene Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln ausreichend. Vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte man ärztlichen Rat einholen.

Was ist der Unterscheid zwischen Arthritis und Arthrose?

Arthritis und Arthrose sind Gelenkerkrankungen und kann fast alle Gelenke betreffen. Beide Erkrankungen führen zu Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit.

Arthrose ist eine chronische Verschleißerkrankung, die durch fortschreitenden Knorpelschwund entsteht. Wenn der schützende Knorpel abgebaut wird, werden die Knochen geschädigt.

Arthritis ist eine akute Gelenkentzündung, die ohne eine vorherige Schädigung der Gelenke entstehen kann. Zu den häufigsten Formen gehört die rheumatoide Arthritis.

Was tun, wenn die Gelenke trotz gesunder Ernährung schmerzen?

Bei andauernden Gelenkschmerzen solltest Du medizinischen Rat einholen, um die genaue Ursache zu kennen. Mit einer genauen Diagnose kann die entsprechende Behandlung zur Linderung der Gelenkschmerzen empfohlen werden.

Quellen:

  • https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-ernaehrungskreis/
  • www.bzfe.de/essen-und-gesundheit/ernaehrungspyramide
  • www.who.int/news-room/events/detail/2023/07/13/default-calendar/launch-event-for-who-healthy-diet-guidelines-and-fao-who-concept-of-healthy-diets
  • www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesunde-ernaehrung/was-ist-gesunde-ernaehrung
  • https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/