Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Kniearthrose?

Kniearthrose ist nicht heilbar und verschlechtert sich im Laufe der Zeit. Mit der richtigen Behandlung kann das Fortschreiten aber deutlich verlangsamt werden. Abhängig vom Grad der Kniearthrose gibt es verschiedene Therapieoptionen.

In der Behandlung von Kniearthrose gibt es nicht das eine „Wundermittel“. Es ist die Kombination aus medizinischer Behandlung und einem arthrosegerechten Lebensstil .

Hauptziele jeder Therapie bei Kniearthrose sind die Schmerzlinderung, die Verbesserung der Beweglichkeit, der Erhalt der Gelenkfunktion, die Reduzierung von Schmerzmitteln und die Hinauszögerung eine Gelenkersatz-Operation.

Bei der medizinischen Behandlung der Kniearthrose wird zwischen der konservativen (nicht-operativen) Behandlung und der operativen Behandlung unterschieden. Zunächst wird versucht, die Methoden der konservativen Kniearthrose-Behandlung auszuschöpfen. Empfohlen wird eine Therapie aus nicht-medikamentösen und damit nebenwirkungsarmen Maßnahmen:

  • Bewegungstherapie und Physiotherapie
  • Anpassungen des Lebenswandels durch Bewegung und gesunde Ernährung
  • Orthopädische Kniearthrose-Hilfsmittel, wie Einlagen und Entlastungsorthesen

Schmerzmittel, sollten aufgrund ihrer Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden.

Bewegungstherapie und Physiotherapie bei Kniearthrose

Die Bewegungstherapie ist ein Teil der Physiotherapie oder physikalischen Therapie und zielt darauf ab, durch krankengymnastische Übungen wieder beweglicher werden. Es werden Bewegungsabläufe trainiert, die die Muskulatur stärken und zu mehr Sicherheit und Stabilität im Kniegelenk führen. Zudem werden gezielte Knieübungen erlernt, die zuhause regelmäßig und selbständig durchgeführt werden können.

Anpassungen des Lebenswandels durch Bewegung und gesunde Ernährung

Zuerst einmal ist es wichtig, dass Patientinnen bzw. Patienten, bei denen eine Kniearthrose diagnostiziert wurde, die Erkrankung und den Einfluss der Erkrankung auf ihr Leben verstehen. Hierzu zählen auch möglicherweise erforderliche Anpassungen des Lebenswandels.

Aktiv zu bleiben, ist sehr wichtig für Patientinnen bzw. Patienten mit Kniearthrose. Denn Bewegungsmangel gilt als größter Risikofaktor für Kniearthrose. Durch Bewegung wird der Knorpel ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Darüber hinaus stärkt Bewegung die Muskeln, was wiederum die Gelenke entlastet. Deshalb sind auch Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Radfahren oder Wandern gut. Auch die Ernährung spielt bei Kniearthrose eine wichtige Rolle. Hierbei geht es nicht nur um das Gewicht, sondern auch um die Reduktion von Entzündungen.

Orthopädische Kniearthrose-Hilfsmittel

Langfristig ist es wichtig, das Kniegelenk vor weiterer Schädigung zu schützen und eine Operation möglichst lange hinauszuzögern. Patientinnen bzw. Patienten mit Kniearthrose können von einer Entlastungsorthese profitieren. Bei einer Fußfehlstellung kann zunächst eine orthopädische Kniearthrose-Einlage helfen.

 

Knie-OP bei Gonarthrose

Ein operativer Eingriff kann bei schwerer Gonarthrose notwendig werden, wenn alle nicht-operativen Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind und die Kniearthroseschmerzen nicht mehr gelindert werden können oder die Mobilität stark eingeschränkt ist. Hierbei sind gelenkerhaltende und gelenkersetzende Operationen zu unterscheiden.

Gelenkerhaltende Kniearthrose-Operationen

Diese Operationen bei Kniearthrose werden zur Korrektur von Gelenkdeformitäten oder zum Erhalt der Gelenkfunktion eingesetzt. Die häufigsten gelenkerhaltenden Kniearthrose-Operationen sind Arthroskopien und Osteotomien.

Gelenkersetzende Kniearthrose-Operationen

Eine Endoprothese (Knie-TEP) sollte immer die letzte Option bei der Behandlung einer Gonarthrose sein. Andererseits sollte sie auch nicht zu spät eingesetzt werden, da ansonsten die Muskelkraft und Mobilität zu stark abgenommen haben und die Rehabilitation komplizierter wird. Beim Gelenkersatz stehen entweder komplette Endoprothesen oder Knieteilprothesen (unikondylärer Schlitten), bei denen nur ein Teil der Gelenkoberfläche ersetzt wird, zur Verfügung.