Operation bei Arthrose im Knie – pro und contra
Bei Arthrose im Knie, Grad 4, gilt eine Kniegelenkersatz-Operation oft als letzte Möglichkeit, um Schmerzfreiheit, Mobilität und Lebensqualität wiederherzustellen. Fakt ist aber auch, dass es keine Erfolgsgarantie für Operationen bei Arthrose im Knie gibt.
10 – 20 %
der Patientinnen und Patienten mit dem Ergebnis der Operation mehr oder weniger unzufrieden.
So heißt es in der S2k-Leitlinie „Indikation Knieendoprothese“ der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie: „Der Einsatz eines künstlichen Kniegelenks ist eine der häufigsten Operationen in der Orthopädie und Unfallchirurgie. 2021 wurden in Deutschland 172.011 künstliche Kniegelenke eingesetzt. Allerdings sind ca. 10 – 20 % der Patientinnen und Patienten mit dem Ergebnis der Operation mehr oder weniger unzufrieden. Dies liegt vor allem daran, dass vor der Operation hohe Erwartungen an das Leben nach der Operation gestellt werden, die sich nicht immer erfüllen lassen.“[1]
Untersuchungen zeigen, dass bei der Behandlung der Kniearthrose die konservativen Maßnahmen nicht ausreichend in Anspruch genommen werden und in Deutschland zu schnell operiert wird. So heißt es im Versorgungsreport Knieschmerzen/Gonarthrose der DAK, dass vor einer Arthrose-Knieoperation nicht alle fachärztlichen oder physiotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft würden. Laut der Untersuchung gibt es einen Mangel an konservativen, nicht-medikamentösen Therapieoptionen bei einem fortgeschrittenen Stadium der Gonarthrose.[2]
Arthrose im Knie: Behandlung ohne Operation erwünscht
Knorpelschäden und Meniskusrisse verursachten bei Lambert eine längere Leidensgeschichte. Eine Mikrofrakturierung, die den Gelenkverschleiß verlangsamen sollte, brachte nicht den gewünschten Erfolg. Eine Knie-Operation will der aktive Golf-Spieler aber so lange wie möglich hinauszögern. Dies ist auch das Ziel von Klaus, der ebenfalls trotz starker Arthrose im Knie, Grad 4, eine Operation vermeiden und zunächst alle konservativen Möglichkeiten ausschöpfen möchte. Beide haben sich für Unloader One® X Knieorthese entschieden, um ihre Arthrose-Schmerzen zu lindern.
Mit „konservativ“ sind alle nicht-operativen Arthrose-Behandlungen gemeint.
Dazu gehören zum Beispiel
- Physiotherapie
- Spezifische Knieübungen
- Kraft- und Bewegungstraining
- Wassergymnastik
- Akupunktur
- Massage
- Physikalische Therapie
- Rehasport
- Stoßwellentherapie
- Medikamentöse Maßnahmen (Schmerzmittel, Injektionen usw.).
Idealerweise besteht die Arthrose-Therapie aus einer Kombination von Behandlungsmöglichkeiten, die die Ärztin bzw. der Arzt individuell empfiehlt.
Zu den konservativen Maßnahmen zählen auch orthopädische Hilfsmittel, wie Schuheinlagen, orthopädische Schuhe, Bandagen und Knie-Orthesen. Spezielle Arthrose-Orthesen können die Kniegelenke entlasten, Schmerzen lindern und die Gelenkfunktionen verbessern. Ein wesentlicher Punkt ist, dass man durch diese Verbesserung wieder aktiver sein kann. Und Bewegung wiederum hilft, aufgrund der Muskelkräftigung und besseren Knorpelversorgung den Gelenkverschleiß und damit auch eine Operation bei Arthrose im Knie hinauszuzögern.
Was bedeutet eigentlich eine Knie-OP bei Arthrose?
Wenn von einer Knie-Operation bei Arthrose die Rede ist, ist in der Regel eine Kniegelenkersatzoperation gemeint. Ein künstliches Gelenk soll die natürliche Knieform und Funktion nachahmen. Durch einen chirurgischen Eingriff wird das von Verschleiß betroffene Kniegelenk teilweise durch eine Teilgelenkersatzprothese oder vollständig durch eine Totalendoprothese (TEP) ersetzt.
Eine Totalendoprothese besteht aus einer Oberschenkel- und einer Unterschenkel-Komponente. Eine Gleitfläche übernimmt die Funktion des Gelenkknorpels und sorgt für ein reibungsfreies Zusammenspiel der Bestandteile. Eine Teilprothese (Schlittenprothese) ist ein kleinerer Eingriff. Hierbei wird nur der beschädigte Anteil des Kniegelenks durch ein Implantat ersetzt.
Der Kniegelenkersatz (Endoprothese) wird aus gewebeverträglichen Metallkomponenten (chirurgischer Stahl, Titan, Kobalt, Chrom), Keramik und speziellen Kunststoffen (z.B. Polyethylen) hergestellt. Je nach Zustand des Gelenks wird die Knieprothese durch Zement oder Schrauben im Knochen verankert. Das künstliche Gelenk ist schwerer als das natürliche Gelenk..
Vorteile und Nachteile einer Knie-Operation bei Arthrose?
Vorteile einer Knie-OP bei Arthrose
Nachteile einer Knie-OP bei Arthrose
- Schmerzlinderung / Schmerzfreiheit
- Beschwerdefreiheit
- Beweglichkeit
- Belastbarkeit
- Verbesserung der Kniegelenkfunktionen
- Stabilität
- Rückkehr zur Mobilität
- Sport, Bewegung, Alltagsaktivitäten sind wieder möglich
- Verbesserung der Lebensqualität
- Teilhabe am sozialen Leben
- Die Kniegelenkersatz-OP gehört zu den erfolgreichsten und häufigsten Operationsverfahren
- Generelle OP-Risiken: Komplikationen, Entzündungen, Nachblutungen, Thrombosen, Nervenverletzungen, Verträglichkeit der Narkose
- Spezifischen Komplikationen einer Knie-OP: Lockerung des Implantats, instabiles Knie, steifes Knie, Fremdkörper wird nicht angenommen
- Nachoperation aufgrund von Komplikation
- Langwieriger Prozess
- Verbesserungen erst nach Monaten oder Jahren
- Keine Verbesserung hinsichtlich der Schmerzen und Einschränkung der Beweglichkeit
- Erwartungen werden nicht erfüllt
- Begrenzte Lebensdauer der Knieprothese von ca. 10 bis 15 Jahren, danach erneute Operation für den Austausch einer Knieprothese
- Dauerhaftes Knietraining, Physiotherapie, angemessenes Verhalten erforderlich
- Langer Zeitraum, bis „Normalität“ einkehrt und man nicht mehr an die Knieprothese denkt („forgotten knee“)
- Risikofaktoren wie starkes Übergewicht, Begleiterkrankungen (Gicht, Diabetes, Rheuma), neurologische Erkrankungen, ein schlechter körperlicher Ausgangszustand (Beweglichkeit und Funktion) sprechen gegen eine OP
- Ein künstliches Gelenk ist weniger belastbar als ein gesundes natürliches Gelenk
Vorteile einer Knie-OP bei Arthrose
Nachteile einer Knie-OP bei Arthrose
- Schmerzlinderung / Schmerzfreiheit
- Beschwerdefreiheit
- Beweglichkeit
- Belastbarkeit
- Verbesserung der Kniegelenkfunktionen
- Stabilität
- Rückkehr zur Mobilität
- Sport, Bewegung, Alltagsaktivitäten sind wieder möglich
- Verbesserung der Lebensqualität
- Teilhabe am sozialen Leben
- Die Kniegelenkersatz-OP gehört zu den erfolgreichsten und häufigsten Operationsverfahren
- Generelle OP-Risiken: Komplikationen, Entzündungen, Nachblutungen, Thrombosen, Nervenverletzungen, Verträglichkeit der Narkose
- Spezifischen Komplikationen einer Knie-OP: Lockerung des Implantats, instabiles Knie, steifes Knie, Fremdkörper wird nicht angenommen
- Nachoperation aufgrund von Komplikation
- Langwieriger Prozess
- Verbesserungen erst nach Monaten oder Jahren
- Keine Verbesserung hinsichtlich der Schmerzen und Einschränkung der Beweglichkeit
- Erwartungen werden nicht erfüllt
- Begrenzte Lebensdauer der Knieprothese von ca. 10 bis 15 Jahren, danach erneute Operation für den Austausch einer Knieprothese
- Dauerhaftes Knietraining, Physiotherapie, angemessenes Verhalten erforderlich
- Langer Zeitraum, bis „Normalität“ einkehrt und man nicht mehr an die Knieprothese denkt („forgotten knee“)
- Risikofaktoren wie starkes Übergewicht, Begleiterkrankungen (Gicht, Diabetes, Rheuma), neurologische Erkrankungen, ein schlechter körperlicher Ausgangszustand (Beweglichkeit und Funktion) sprechen gegen eine OP
- Ein künstliches Gelenk ist weniger belastbar als ein gesundes natürliches Gelenk
Operation bei Arthrose im Knie – Entscheidungsfindung
Eine Knieprothese sollte bei Arthrose immer die letzte Option der Behandlung sein – auch bei
Kniearthrose Grad 4 (schwere Arthrose). Wenn konservative und medikamentöse Behandlungsoptionen über einen längeren Zeitraum nicht helfen, die Schmerzen zu lindern und die Einschränkungen zu reduzieren, kommt eine Knie-OP in Frage.
Dies kann zur Entscheidungsfindung beitragen:
- Ausführlich informieren und beraten lassen
- Eine Zweitmeinung einholen
- Die eigenen Erwartungen prüfen
- Die operativen Alternativen zum künstlichen Kniegelenk erörtern
- Orthesen zur Arthrose-Behandlungen ohne Operation testen
- Entscheidungshilfe Knie-OP nutzen
Vor einer Kniearthrose-OP ausführlich informieren und beraten lassen
Informiere Dich bei Deiner Ärztin/Deinem Arzt sowie bei Deiner Krankenkasse. Lass Dich zudem von Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten beraten. Sprich mit Betroffenen, die die gleiche Erfahrung mit oder ohne Operation bei Knie-Arthrose haben und diskutiere das Für und Wider. Nimm Dir Zeit und lass Dich nicht unter Druck setzen.
Für das Arztgespräch können Dir folgende Fragen an die Ärztin/den Arzt helfen:
- Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für meine Arthrose im Knie?
- Welche Alternativen gibt es zur Kniegelenkersatz-OP?
- Welche Operation kommt bei Arthrose im Knie in Frage?
- Was wird genau gemacht? Wie läuft eine Knie-Operation ab?
- Was ist vor und nach einer Knie-Operation bei Arthrose zu beachten?
- Für wen kommt die Knie-Operation bei Arthrose in Frage? (Alter, Arthrosegrad)
- Welche Nachteile kann eine Knie-Operation bei Arthrose haben?
- Was kann eine Knie-Operation bei Arthrose bewirken, und was nicht?
- Was kann ich langfristig erwarten?
- Welche Risiken hat eine Knie-Operation bei Arthrose?
- Wie lange dauert die gesamte Behandlung (Vorbereitung, OP, Reha)?
- Kann ich die Kniearthrose-Operation hinauszögern oder schadet dies meinem Knie?
- Kann ich mit einem künstlichen Kniegelenk wandern, Radfahren, schwimmen, Autofahren usw.?
- Kann ich mit einem künstlichen Kniegelenk meinen Beruf ausüben?
Zweitmeinung zum Einsatz einer Knie-Endoprothese einholen
Bei der Frage, ob und wann eine OP bei Kniearthrose sinnvoll ist, ist bei Bedarf auch ein Zweitmeinung besonders wichtig. Denn letztendlich entscheiden die Betroffenen selbst, ob sie sich bei Arthrose im Knie operieren lassen oder ob eine Behandlung ohne Operation sinnvoll ist. Nicht der Befund, das Röntgenbild oder der Arthrosegrad sind entscheidend, sondern der Leidensdruck und der Wille zur Operation. Es gibt keinen idealen Zeitpunkt nach dem Motto „Wenn ich Kniearthrose Grad 4 habe, muss ich operiert werden.“
Man hat einen Anspruch auf eine kostenlose qualifizierte ärztliche Zweitmeinung. Dazu informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung: „Gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten haben einen Rechtsanspruch, vor bestimmten planbaren Operationen eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einzuholen.“ Wenn man sich unsicher ist, soll eine Zweitmeinung als neutrale ärztliche Meinung und Beratung abgegeben werden, ob die empfohlene Operation medizinisch notwendig ist.
Die Erwartungen an eine Operation bei Kniearthrose prüfen
Schmerzfreier, beweglicher, aktiver, gesünder … darauf hofft man nach einer Operation bei Kniearthrose. Allerdings darf man von einem „neuen Knie“ keine Wunder erwarten. Eine Garantie auf komplette Beschwerdefreiheit gibt es nicht. Nicht zuletzt muss man nach der Knie-OP selbst etwas für eine Verbesserung tun. Denn auch mit einem künstlichen Kniegelenk gilt: Bewegung ist das A und O. Der Kniegelenkersatz kann zu neuer Lebensqualität verhelfen, aber nur, wenn das künstliche Gelenk regelmäßig bewegt wird.
Laut der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik sind viele Patientinnen und Patienten mit ihrer Knie-Prothese aufgrund von Bewegungseinschränkungen, Schmerzen oder auch Komplikationen wie Lockerungen und Infektionen nicht zufrieden.[3] Ursache könnten auch die zu hohen Erwartungen sein. Ein Implantat kann den natürlichen Knochen und die natürlichen Bewegungen des Knies nie ersetzen.
Man sollte sich also vor einer Kniearthrose-OP fragen:
- Was habe ich aufgrund der Kniearthrose aufgegeben und was möchte ich wieder tun?
- Kann ich wieder Radfahren, Spazierengehen, Sport, Gymnastik oder sogar mehr, wie lange Wanderungen?
- Sind Alltagsaktivitäten wie Einkaufen und Gartenarbeit, mit den Enkeln spielen, Treppensteigen wieder möglich?
- Lasst sich der Gesamtzustand verbessern? Denn die Schmerzen können aufgrund von Fehlhaltungen und Schonhaltungen Folgen für den ganzen Körper haben und zum Beispiel zu Problemen in Hüfte, Wirbelsäule oder Nacken führen.
Hierbei stellt sich auch die Frage, wann eine OP bei Kniearthrose sinnvoll ist und was der richtigen Zeitpunkt ist. Eine Knie-Operation bei Arthrose sollte weder zu früh noch zu spät erfolgen. Wird zu früh operiert, ist eine zweite Operation aufgrund der begrenzten Lebensdauer der Knieprothese wahrscheinlich. Wird zu spät operiert, können Gelenkfunktionen und Muskulatur bereits so eingeschränkt sein, dass eine Genesung schwierig ist. Auch ein bleibendes Schmerzgedächtnis kann in diesem Fall Probleme bereiten.
Wie der Verlauf bei einer Arthrose ohne OP sei wird, lässt sich nicht sagen, da dies vom individuellen Zustand und Verhalten abhängig ist.
Die operativen Alternativen zum künstlichen Kniegelenk erörtern
Neben einem Kniegelenkersatz gibt es auch gelenkerhaltende operative Eingriffe wie die Knorpelbehandlung. Diese ist nur möglich, wenn der Knorpelschaden noch nicht zu gravierend ist. Es kommen verschiedene Methoden in Betracht.
Knorpeltransplantation bei Arthrose im Knie
Die Knochenknorpeltransplantation ist möglich, wenn der Knorpelschaden nur eine kleine Fläche betrifft. Bei der Knochenknorpeltransplantation wird der beschädigte Knorpel entfernt und durch Knorpel ersetzt, der an einer unbelasteten Stelle, zum Beispiel an der Kniekehle, entnommen wird.
Knorpelzelltransplantation
Hierbei werden eigene Knorpelzellen entnommen, in einer Nährlösung vermehrt und an der beschädigten Stelle eingesetzt. Ziel dieser Autologen Chondrozyten-Transplantation (ACT) ist es, den Knorpelschaden zu minimieren und dem Entstehen einer Arthrose vorzubeugen. Mit der Knorpelzelltransplantation können auch größere Knorpeldefekte behandelt werden. Es sind zwei Eingriffe notwendig. Eine Gelenkschädigung kann hierdurch nicht behandelt werden.
Arthroskopie bei Kniearthrose
Die Spiegelung wurde jahrelang bei Arthrose im Knie angewandt und gehörte zu den häufigsten in Deutschland durchgeführten Eingriffen. Aufgrund zahlreicher Studien, die die Unwirksamkeit belegten, werden die Kosten für arthroskopische Verfahren zur Spülung von Ablagerungen und Knorpelglättung zur Behandlung einer Gonarthrose nur noch in Ausnahmefällen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.[4]
In der modernen Kniechirurgie wird an maßgefertigten Teil- und Totalprothesen im 3D-Druckverfahren geforscht, die noch besser an die Anatomie angepasst werden können.
Arthrose im Knie: Orthesen zur Behandlung ohne Operation testen
Eine weitere Alternative zu einer Knie-OP ist es, weiterhin auf konservativen Maßnahmen zu setzen. Ein arthrosegerechter Lebenswandel kann helfen. Das heißt: gesundes Gewicht, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung. Eine entlastende Knieorthese trägt dazu bei, dass sich Arthrose-Betroffene dank der Schmerzlinderung wieder mehr und ausdauernder bewegen.
Dies bestätigt auch Andreas Rößler:
„Je mehr man das Knie unterstützen kann, desto länger kann man eine Kniegelenkersatz-OP hinauszögern.“
Der Orthopädietechniker-Meister empfiehlt allen Arthrose-Betroffenen, sich im Sanitätshaus selbst von der Wirkung einer Knieorthese zu überzeugen.
Eine Orthese, die sich hier nachweislich bewährt hat, ist die Unloader One® X. Die Knieorthese entlastet das Kniegelenk, wodurch sich die Anwenderin bzw. der Anwender wieder schmerzfrei bewegen kann. Somit kann die Knieorthese dazu beitragen, den Gelenkverschleiß hinauszuzögern, das Gelenk zu erhalten und eine Knie-OP hinauszuschieben. Unsere Orthesen-Anwender Lambert und Klaus tragen die Unloader One® X Knieorthese und sind froh, dass sie wieder aktiv sein können. Eine Knie-OP ist vorerst kein Thema mehr.
So empfiehlt auch Timo Papatzimos den kostenlosen Orthesentest im Sanitätshaus:
„Die Tests kommen sehr gut an. 80 % stellen dabei bereits eine Schmerzlinderung fest. Zudem kann man aufzeigen, dass eine Knie-OP und Medikamente nicht immer die erstbeste oder einzige Lösung sind. Die Arthrose-Betroffenen sollten ihre Ärztin bzw. ihren Arzt aktiv auf eine Orthese oder alternative Therapiekonzepte ansprechen.“
Checkliste für eine Knie-OP bei Arthrose als Entscheidungshilfe
Du denkst über eine Knie-OP nach oder Deine Ärztin bzw. Dein Arzt hat Dir eine Operation aufgrund Deiner Kniearthrose empfohlen? Diese Entscheidungshilfe für eine Knie-OP bei Arthrose ist ein praktisches Instrument, um Dir alle wichtigen Fakten vor Augen zu führen.
Am besten druckst Du Dir das PDF mit der Planungshilfe für eine Knie-OP bei Arthrose aus und kreuzt an, was für Dich persönlich gilt und was Dir wichtig ist. Die Anzahl der PRO und CONTRAS kann Dir helfen, eine Entscheidung für oder gegen eine Knie-OP bei Arthrose und einen Aufenthalt im Krankenhaus zu treffen.
Entscheidungshilfe für eine Arthrose-OP: Medizinische Leitlinie
Als Entscheidungshilfe für eine Kniearthrose-Operation dient die S2k-Leitlinie „Indikation Knieendoprothese“ der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie[1]. Eine Leitlinie ist eine wissenschaftliche Handlungsempfehlung. Gemäß der Leitlinie sollte der Implantation eines Kniegelenkersatzes in der Regel eine konservative Therapie von drei bis sechs Monaten vorausgehen. Die Leitlinie soll aufklären, ersetzt aber keine ärztliche Beratung.
Die Leitlinie nennt als Kriterien für eine Knie-OP:
- Dauerhafte oder häufige Schmerzen bei Belastung über mindestens 3 bis 6 Monaten
- Die Schädigung des Kniegelenks muss im Röntgenbild eindeutig sichtbar sein
- Medikamente und nicht-medikamentöse Maßnahmen über 3 bis 6 Monate lindern den Schmerz nicht ausreichend
- Die Schmerzen schränken den Alltag und die Lebensqualität stark ein
- Hoher Leidensdruck
- Die Kniefunktion ist dauerhaft gestört und die Beweglichkeit ist eingeschränkt
Entscheiden müssen aber die Betroffenen selbst, ob und wann eine Kniegelenkersatz-OP das Richtige ist. Deshalb ist es wichtig, die Vorteile und Risiken einer Knie-OP abzuwägen.
Häufige Fragen, die Dir bei einer Kniearthose-Operation helfen können
Muss ich das Knie bei Arthrose Grad 4 operieren lassen, wenn dies ärztlich empfohlen wird?
Eine ärztliche Empfehlung für oder gegen eine Operation bei Kniearthrose ist kein Muss. Du kannst eine Zweitmeinung einholen
Ich möchte eine Zweitmeinung für meine Knie-Operation. Wer übernimmt die Kosten?
Gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten haben einen Rechtsanspruch, vor bestimmten planbaren Operationen, dazu gehört auch die Implantationen einer Knie-Endoprothese, eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einzuholen.
Was kostet eine Knie-OP bei Arthrose?
Die Kosten für einen künstlichen Kniegelenkersatz (Knie-TEP) werden bei der medizinischen Indikation „fortgeschrittene Arthrose“ von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dazu gehören die Kosten für die Operation, den Krankenhausaufenthalt und das Implantat.
Wie schnell kann ich nach der OP wieder gehen, Rad fahren, schwimmen?
Die schnelle Rehabilitation ist das Ziel nach einer Knie-OP bei Arthrose. Nach wenigen Tagen darf man das Knie teilweise belasten und im Rahmen der Rehabilitation nach einigen Wochen wieder ganz belasten, also gehen, Radfahren etc. Nach der Wundheilung darf man wieder schwimmen. Was wann wieder möglich ist, hängt von der individuellen Genesung ab.
Was sollte man nach einer Kniearthrose-OP nicht machen?
Nach einer Kniearthrose-OP sollte man mit einem künstlichen Kniegelenk unter anderem Stoßbelastungen, Kontaktsportarten, extreme Drehbewegungen, tiefes Knien, intensives Joggen usw. vermeiden. Radfahren, Schwimmen und Walking werden ausdrücklich empfohlen.
[1] Patientenleitlinie der S2k-Leitlinie Indikation Knieendoprothese. S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU), erstellt im Rahmen der Initiative Evidenz und konsensbasierte Indikation Totalendoprothese (EKIT-Knie). Update 2023.
[2] S2k-Leitlinie Indikation Knieendoprothese. S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU), erstellt im Rahmen der Initiative Evidenz und konsensbasierte Indikation Totalendoprothese (EKIT-Knie). Update 2023.
[3] Versorgungsreport Knieschmerzen/Gonarthrose. Wie eine bessere Versorgung Gelenkersatz vermeiden kann. DAK. 2022.
https://www.ae-germany.com/mehr-zufriedenheit-mit-dem-kuenstlichen-kniegelenk
[4] Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik: Mehr Zufriedenheit mit dem künstlichen Kniegelenk. Erwartungen vorher abklären, Risiken in den Blick nehmen. 2017.
https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/591/
[5] Gemeinsamer Bundeausschuss: Arthroskopische Verfahren zur Behandlung der Kniegelenk-Arthrose aus GKV-Leistungskatalog ausgeschlossen.
[6] Verbraucherzentrale: Ärztliche Zweitmeinung: Was die Krankenkasse zahlt. 22.08.2025.
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/aerzte-und-kliniken/aerztliche-zweitmeinung-was-die-krankenkasse-zahlt-13493
[7] Arztsuche Zweitmeinung. Patientenservice 116117. Kassenärztliche Bundesvereinigung.
https://www.116117.de/de/zweitmeinung.php