Wassersport mit Beinprothese
Ob Meer, See oder Schwimmbad – Wasser hat eine ganz besondere Anziehungskraft. Es steht für Urlaub, Freiheit und Leichtigkeit. Kein Wunder also, dass viele Menschen ihre Leidenschaft für den Wassersport entdeckt haben.
Dich zieht es auch ans Wasser und Du hast Lust, Dich sportlich zu betätigen? Super! Mit oder ohne Beinprothese gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Wassersport zu betreiben.
Voraussetzung: wasserfeste Prothese
Bevor Du mit einer Wassersportart beginnst, solltest Du unbedingt prüfen, ob Deine Prothese für längeren Kontakt mit Wasser geeignet ist. Nicht jede Prothese ist automatisch wasserfest! Entscheidend ist, dass alle Bauteile korrosionsbeständig sind und Feuchtigkeit problemlos vertragen. Sprich am besten mit Deinem:r Orthopädietechniker:in, ob Deine Prothesenpassteile wasserfest sind oder welche Komponenten Du für Deine ausgewählte Wassersportart benötigst. Mehr über unsere wasserfesten Lösungen erfährst du hier.
Wassersportarten für Prothesentragende
Ist sichergestellt, dass Deine Prothese für Abenteuer auf dem Wasser geeignet ist, musst Du nur noch herausfinden, welche Sportart Dir am meisten zusagt. Von sanften Bewegungen im Schwimmbad bis zu actionreichen Sportarten auf dem Meer – Dir steht fast alles offen. Wichtig ist nur, dass Du Dich wohlfühlst und langsam startest.
Schwimmen
Schwimmen ist perfekt, um aktiv zu bleiben! Es beansprucht fast alle Muskelgruppen, stärkt Herz und Kreislauf und ist besonders gelenkschonend. Dank des Auftriebs im Wasser kannst Du Dich leicht und frei bewegen.
Stand-up-Paddling (kurz SUP)
Beim Stand-up-Paddling stehst Du auf einem großen Brett (auch Board genannt) und bewegst Dich mit einem Paddel fort. Diese Aktivität kann auf verschiedenen Gewässern wie Seen, Flüssen und dem Meer ausgeübt werden. SUP kombiniert Elemente des Surfens und Kajakfahrens und eignet sich sowohl für Freizeit- als auch für Fitnesszwecke.
Kiten/Kitesurfen
Beim Kiten oder Kitesurfen stehst Du auf einem kleinen Surfbrett und wirst von einem großen Lenkdrachen (Kite) über das Wasser gezogen. Die Kraft des Windes treibt den Kite an und ermöglicht es Dir, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen sowie Sprünge und Tricks auszuführen. Anfangs sind Durchhaltevermögen und einige Unterrichtsstunden hilfreich. Es kommt dabei nicht zwingend auf Kraft, sondern auf den sicheren Umgang mit der Prothese an (da Du viel stehst).
Tauchen
Tauchen vermittelt das Gefühl von Schwerelosigkeit, Du schwebst fast frei durchs Wasser. Das kann etwas Mut erfordern, besonders beim ersten Tauchgang, da das Atmen vollständig unter Wasser erfolgt.
Wasserski
Ein echter Adrenalinkick! Du kannst diesen Sport entweder in Wasserskianlagen oder mithilfe eines Bootes ausüben. Dabei stehst Du auf zwei Skiern und wirst über die Wasseroberfläche gezogen. Du hältst Dich an einem Seil fest, das am Boot (oder der Wasserskianlage) befestigt ist. Wasserski erfordert Balance, Kraft und Koordination – definitiv eine der rasanteren Sportarten.
Kanu- und Kajakfahren
Kanufahren ist eine Wassersportart, bei der Du Dich mit einem Paddel in einem offenen Boot fortbewegst. Es gibt zwei Hauptarten: das Kajak, bei dem Du sitzt und ein Doppelpaddel verwendest, und den Kanadier, bei dem man sitzt oder kniet und ein einseitiges Paddel nutzt. Kanufahren eignet sich sowohl für sportliche Aktivitäten als auch für Naturerkundungen.
Segeln
Segeln gehört zu den inklusivsten Sportarten überhaupt – hier zählt Teamgeist. Menschen mit und ohne Behinderung können gemeinsam aktiv sein. Segelboote nutzen die Kraft des Windes, um sich fortzubewegen. Diese Sportart erfordert Kenntnisse über Windverhältnisse, Segeltechniken und die Steuerung des Boots. Segeln kann sowohl als Freizeitaktivität als auch wettkampfmäßig betrieben werden.
Surfen & Windsurfen
Beim Surfen reitest Du die Wellen auf einem Board – das erfordert Übung, Gleichgewicht und Timing. Beim Windsurfen kommt ein Segel hinzu, das Dich über die Wellen trägt. Beides lässt sich auch mit Prothese gut ausüben – viele erfahrene Wassersportler:innen beweisen das eindrucksvoll.
Hinweis: Alle genannten Sportarten können sowohl mit als auch ohne Beinprothese ausgeübt werden. Ohne Prothese wird die Ausführung entsprechend angepasst – zum Beispiel wird aus Stand-up-Paddling „Sit-on-Paddling“. Auch Kiten oder Wakeboarden funktioniert im Sitzen. Wie Du es handhabst, hängt ganz davon ab, womit Du Dich am wohlsten und sichersten fühlst.
Sicherheit auf dem Wasser
Wassersport macht großen Spaß – aber Sicherheit geht immer vor. Frische Deine Schwimmkenntnisse auf, bevor Du Dich auf ein Board, ins Boot oder an den Kite wagst. Trage – je nach Sportart – stets eine passende Schwimm- oder Rettungsweste (PSA). Sie gibt Dir und anderen Sicherheit, falls Du ins Wasser fällst. Achte zudem darauf, nur bei geeigneten Wetterbedingungen zu trainieren und niemals allein ins Wasser zu gehen.
Rauf aufs Wasser!
Ob Schwimmen, SUP oder Kitesurfen – mit einer wasserfesten Beinprothese stehen Dir viele Möglichkeiten offen. Wichtig ist nur, dass Du Dich sicher fühlst und Freude an der Bewegung hast. Sprich mit Deinem:r Orthopädietechniker:in über die Optionen Deiner Prothese – und dann heißt es: Raus aus dem Alltag, rein ins Wasser!
FAQ: Häufige Fragen zum Wassersport mit Beinprothese
Kann ich mit einer Beinprothese schwimmen gehen?
Ja, aber nur, wenn Deine Prothese wasserfest ist, kannst Du sie beim Schwimmen problemlos tragen. Der Auftrieb des Wassers entlastet Deinen Körper, und Du trainierst gleichzeitig Muskulatur und Gleichgewicht. Wenn Du unsicher bist, frag am besten deine Orthopädietechnikerin oder deinen Orthopädietechniker, ob Deine Prothese fürs Wasser geeignet ist.
Welche Prothese eignet sich für Wassersport?
Für Aktivitäten im oder am Wasser gibt es wasserfeste Prothesen. Sie bestehen aus korrosionsbeständigen Materialien und sind so entwickelt und gebaut, dass ihnen Feuchtigkeit nichts anhaben kann. Unser Kniegelenk Navii® ist zum Beispiel wasserfest – ebenso wie der Pro-Flex® Terra.
Welche Wassersportarten kann ich mit Prothese machen?
Die Auswahl ist groß! Mit einer wasserfesten Prothese sind zum Beispiel Schwimmen, Stand-up-Paddling (SUP), Kiten, Segeln, Kajakfahren, Wasserski, Tauchen oder sogar Surfen möglich. Entscheidend ist, dass Du dich sicher fühlst und mit einer geeigneten Ausrüstung trainierst.
Muss ich meine Prothese nach dem Wassersport reinigen?
Unbedingt! Spüle Deine Prothese nach jedem Kontakt mit Salz-, Chlor- oder Süßwasser gründlich mit klarem Wasser ab. So entfernst Du Rückstände und schützt alle Bauteile. Trockne sie anschließend gut ab und überprüfe regelmäßig, ob alles reibungslos funktioniert.
Was tun, wenn meine Prothese nach dem Wassersport nicht mehr richtig funktioniert?
Wenn Du bemerkst, dass sich etwas verändert – etwa ungewöhnliche Geräusche, Lockerheit oder Schwergängigkeit –, wende Dich sofort an Deine Orthopädietechnikerin oder Deinen Orthopädietechniker.
Brauche ich beim Wassersport mit Prothese besondere Sicherheitsvorkehrungen?
Ja – Sicherheit geht immer vor. Eine Schwimmweste oder persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist bei vielen Sportarten Pflicht. Außerdem solltest Du Dich vorab über Strömungen, Wassertemperatur und Windverhältnisse informieren – und nie allein trainieren.