Teilnahme „InclusionWorldChampionshipForSailing2021” in Hamburg

Greta Niewiadomski
Blog

Autorin: Greta

Greta fehlt seit ihrer Geburt die rechte Hand und erst seit etwa zwei Jahren (2019) trägt sie eine i-Digits Quantum. Glücklicherweise hatte sie nie das Gefühl, dass ihr etwas „fehlt“. Bis vor einigen Jahren wäre Greta gern wie alle anderen gewesen, weil es natürlich anstrengender ist, durch irgendwas aufzufallen, was nicht ins „normale Raster“ passt. Aber mittlerweile freut sie sich eigentlich darüber, ein wenig von der Norm abzuweichen und steht zu ihrer Andersartigkeit – in einer Welt, in der alle nach demselben „perfekten“ Ideal streben. Folge Greta auf Instagram!

Aufnahme ins Regatta Team

Vor einigen Monaten erhielt ich einen Anruf von Sven Jürgensen, dem Sportfotografen des Norddeutschen Regatta Clubs in Hamburg. Er erzählte mir, dass er eine Segelweltmeisterschaft in Deutschland plane, da Segeln leider nicht mehr paralympisch sei. Dennoch wäre es notwendig, dem Thema Inklusion im Wassersport mehr Aufmerksamkeit zu geben.

Ein Sprung ins kalte Wasser

Zuerst war ich verwirrt, weil ich noch nie zuvor gesegelt war, aber all meine anfänglichen Bedenken wurden schnell aus dem Weg geräumt. Mit den speziellen SV14 Booten sei Segeln relativ schnell zu lernen und natürlich stünde vor allem der Spaß und das Miteinander im Vordergrund. Zudem passe Segeln perfekt zu meinen anderen Reiseabenteuern und sei eine super Ergänzung zum Paragliden, Trampen, Wildcampen und Couchsurfen. Also sagte ich zu und startete in den Wettkampf.

 

Fotograf Sven Jürgensen
Ein echtes Segelabenteuer

Was Sven mir im Vorhinein nicht mitgeteilt hatte, war die Tatsache, dass wir gegen die besten paralympischen Segler*innen weltweit antreten würden, was ich mir anhand des Titels der Veranstaltung natürlich auch selbst hätte denken können. Die Stimmung auf den Booten und auch an Land war grandios und so wurden auch meine Skipperin Sarah und ich immer ehrgeiziger, obwohl wir uns natürlich zuvor vergewissert hatten, dass wir beide keinen Sieg anstrebten. Es ginge ja bloß „um den Spaß und das Miteinander“. Es entwickelte sich ein Ehrgeiz ungeahnten Ausmaßes, der immer wieder angestachelt wurde, wenn wir von Segel-Profis wie Michael Kern überholt wurden, der das Boot ohne Arme geschickt an uns vorbei bugsierte, indem er mit den Füßen steuerte. „Ich segle ja auch schon seit 20 Jahren“, sagte er uns dann. Am Ende sind wir als 17. Platz, einem gewissen Segel Know-How und vielen neuen Freund*innen nach Hause gefahren und segeln Ende September unsere nächste Regatta auf der Hamburger Alster.

“Wieder einmal wurden Barrieren eingerissen, insbesondere in Bezug auf die Kreativität in den Köpfen.”

Greta
All Inclusive

Mein Highlight der WM war, dass sie wirklich inklusiv war. Niemand wurde aufgrund einer vermeintlichen Behinderung diskriminiert und alles war möglich. Davon profitierten alle, aber vor allem Menschen ohne Behinderung, die sich vorher nicht vorstellen konnten, dass man actionreiche Tätigkeiten auch mit fehlenden Gliedmaßen oder im Rollstuhl hervorragend bewältigen kann. Wieder einmal wurden Barrieren eingerissen, insbesondere in Bezug auf die Kreativität in den Köpfen. Wenn ihr mehr zum Thema Inklusion im Segelsport erfahren wollt, folgt mir gerne auf Instagram, unter: gretamariq.

#Lifewithoutlimitations